Allgäuer Anzeigeblatt, 'Die Mondnacht im Saal', August 2007 / Kunstverein Lindau, Text: pm









Mondnacht 2006

Die Videoinstallation evoziert einen offen Raum (eine nächtliche Situation) unter freiem Himmel.
Nachthimmel und Mondlicht sind die ständig sichtbaren Komponenten der Videoarbeit, leises Zirpen von Grillen, fernes Kuhglockengeläut und herüber gewehte Blasmusik sind die zeitweilig hörbaren Komponenten.
Die Qualitäten der Nacht entfalten sich im Spannungsfeld von geringen Bewegungen: konkret in der Rolle der Kamera, übertragen in der der betrachtenden Person. Dabei geht es nicht um ein Raum / Zeit Kontinuum, Brüche, Schnitte sind belassen.
Nähe und Ferne sind als Basiselemente vorhanden, aber nicht exakt bestimmt.
Mondnacht entsteht tatsächlich (in vollem Umfang)erst im Augenblick der Rezeption durch eine Person.
Die Wirkungen sind wahrscheinlich ambivalent: leicht skurril, gespenstisch, traumwandlerisch, sehnsüchtig oder schwermütig sind Stimmungen, die immer auch Erinnerungen ansprechen, persönliche und kollektive.
Die stille Betrachtung des Mondes, in der lebensgroßen montierten Holzskulptur als Rückenfigur angelegt, könnte statt romantischer Beschaulichkeit auch eine Art inneren Aufruhr hervorrufen, in den Bildern des C.D. Friedrich sind solche Provokationen sogar beabsichtigt.

Elfriede Korn _ Karlsruhe